Aufruf zum langen Marsch 2022 für die Freiheit von Abdullah Öcalan

Isolation, Faschismus und Besatzung beenden! Die Zeit für Freiheit ist gekommen!

Der Aufbruch der Gesellschaft in Kurdistan hin zu einer Welt der sozialen Gerechtigkeit lässt Menschen auf der ganzen Welt neue Hoffnung schöpfen. Die Grundpfeiler der kurdischen Freiheitsbewegung, die radikale Demokratie, Frauenbefreiung und das ökologische Bewusstsein, sind längst zu den Grundwerten einer Vielzahl von globalen Bewegungen geworden. Die in Rojava 2012 begonnene Revolution der Frau und die Selbstverwaltung der Gesellschaft sind heute zu einer Inspirationsquelle weltweit geworden. Die Philosophie des Demokratischen Konföderalismus, die vom kurdischen Vordenker Abdullah Öcalan entwickelt wurde, lässt sich nicht mehr nur in Rojava oder den Bergen Kurdistans wiederfinden, sondern ist überall dort präsent, wo Menschen sich damit auseinandersetzen.

Doch diese demokratische Alternative ist nach wie vor intensivsten Angriffen der kapitalistischen Moderne ausgesetzt. Sei es der anhaltende Angriffskrieg der Türkei in Südkurdistan, die Besatzungsinvasion gegen Rojava und die befreiten Gebiete Nord- und Ostsyriens, oder die faschistische Politik des AKP/MHP-Regimes gegen die Gesellschaften in Nordkurdistan. Es ist eine Politik der Isolation und Unterdrückung, die durch die offene Akzeptanz der deutschen Bundesregierung und der Europäischen Union unterstützt und gefördert wird.

Nirgendwo ist diese Isolation konkreter als auf der türkischen Gefängnisinsel Imrali. Hier ist der Gründer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) Abdullah Öcalan seit dem internationalen Komplott des 15. Februars 1999 inhaftiert. Trotz der unbeschreiblichen Bedingungen seiner Isolationshaft hat er die Hoffnung auf eine friedliche Lösung der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten nie aufgegeben. Mehrere Jahre lang verhandelte Öcalan mit der türkischen Regierung um eine demokratische Lösung der kurdischen Frage zu erreichen. In den Jahren 2005 und 2006 haben rund 3,5 Millionen KurdInnen eine Petition unterzeichnet, und erklärt, dass sie Abdullah Öcalan als ihren politischen Repräsentanten betrachten. Im Jahr 2015 forderten abermals etwa 10,3 Millionen UnterzeichnerInnen mit einer Petition seine Freiheit.

Die Isolationspolitik des türkischen Staates gegen Abdullah Öcalan kennt keine Vergleiche. Jeder Besuch seiner AnwältInnen oder Familienangehörigen wird durch gesellschaftliche Proteste ermöglicht. So gelang es im Mai 2019 Tausenden von AktivistInnen, sowohl in als auch außerhalb der Gefängnisse, die Isolation auf Imrali durch einen monatelangen Hungerstreik zu brechen. So war es nach vielen Jahren das erste Mal wieder kurzzeitig möglich, dass Öcalan Kontakt zu seinen Anwälten hatte. Zuletzt fand im März 2021 ein kurzes Telefongespräch zwischen Abdullah Öcalan und seinem Bruder statt, welches jedoch aus unbekannten Gründen plötzlich abgebrochen wurde. Dass, seitdem nicht ein einziges Lebenszeichen von Öcalan erhalten wurde, lässt Sorgen um sein Gesundheitszustand wachsen. Durch die Isolation wird jede Möglichkeit für Verhandlungen um eine friedliche Lösung der Konflikte in Kurdistan sowie des Nahen und Mittleren Ostens unterdrückt. Die Isolation Öcalans beschränkt sich nicht auf ihn als Person sondern zielt auf alle demokratischen Errungenschaften, die von seinen Ideen inspiriert wurden.

Der Kampf für Frieden und Demokratie in der Region muss im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die Isolation Öcalans gedacht werden. Denn er ist der Architekt des demokratischen Konföderalismus, dem Gegenmodell zum krisengeschüttelten Modell des Nationalstaates. So wird auch der Kampf für Demokratie und Freiheit weltweit gestärkt.

Lass uns für das Ende von Isolation, Faschismus und Besatzung eintreten und die Freiheit von Öcalan erkämpfen! Die Zeit für Freiheit ist gekommen!

Wir rufen daher alle InternationalistInnen dazu auf, sich am Langen Marsch vom 05. bis zum 12. Februar 2022 unter dem Motto „Schluss mit der Isolation – Freiheit für Abdullah Öcalan!“ zu beteiligen. Auch im Jahr 2022 wird zum Abschluss des Marsches eine Großdemonstration in Straßburg stattfinden.

Kurzinfos:
• Zusammenkommen und Auftaktveranstaltung am 5. Februar in Frankfurt am Main
• Langer Marsch vom 6. bis 11. Februar 2022 von Frankfurt nach Saarbrücken
• Veranstaltung in Saarbrücken am 11. Februar
• Großdemonstration in Straßburg am 12. Februar
• Sportschuhe und warme Kleidung sind für den Marsch geeignet. Schlafsäcke sollten mitgebracht werden.

Interessierte können sich unter longmarch2022@protonmail.com melden.

Während des gesamten Marsches werden der Covid-19-Pandemie entsprechende Maßnahmen eingehalten werden.

Wir freuen uns auf eure Teilnahme am Marsch. Sobald wir eure Anmeldung erhalten, senden wir euch detaillierte Informationen zu. Mit revolutionären Grüßen,
Das Vorbereitungskomitee